Terra Incognita

Ein Riss im Himmel

Wie sich schon früh zeigte ließen Starrsinn und Verbissenheit kaum Freiheiten zur Bewegung. Ein Wort folgte wie von alleine auf das andere, die Antwort lag schon im Mund ehe der Gegenüber zur Sprache ansetzte. In leeren Phrasen und im immergleichen Ablauf entluden sich schließlich die Gefühle, um die zuvor kein Geheimnis gemacht wurde. In Gesprächen mit den Alten Völkern zeigte sich dabei schnell wo die Fronten verliefen und welche alten Feindschaften erneut aufzukochen drohten. Ifrit, alte Abkömmlinge des Feuers, schlugen sich dabei auf die Seite der Menschen – weshalb? Das scheint nicht völlig klar, doch dem gesprochenen Worte nach wollten sie den Menschen zu ihrem Recht verhelfen. Das Recht, welches darin bestünde, zu nehmen was einem zusteht um die eigene Kultur vor dem drohenden Verfall zu retten. Die Dryaden derweil bemühten sich erst gar nicht ihren Hass gegenüber den Feuergeistern zu verbergen, ebenso wenig wie ihren Hass gegenüber den Menschen und all’ jenen die fremd an diesem heiligen Ort und in dieser Welt seien. Sie würden die Menschen nicht länger dulden, weder in den Vier Winden noch in diesen Landen. Ob sie alle Menschen meinten? Auch dies war nicht klar.

Die Sylphari jedoch? Über ihre Motive, Haltung und Absichten erfuhren die Reisenden wenig. Sie schienen sich nicht nach vorne zu drängen, wenn auch sie die Menschen nicht wohl empfangen wollten. Die Undine bemühten sich eine Entscheidung zu verhindern, wohl in der Ahnung, dass die schwebende Ungewissheit besser sei als die Gewissheit einer Entscheidung. Wie die Entscheidung auch hätte aussehen mögen, sie hätte den Zwist nur aufkochen lassen. Auch von anderswo schien keine gute Kunde zu kommen, herbe Unwetter würden über die Insel ziehen, Kolonnen von Verarmten und Flüchtlingen wie Wassermassen an die Brandungen der Insel schlagen. Selbst trotz guten Willen schien man kaum Herr der Lage zu werden und den Flüchtlingen keinen sicheren Hafen bieten zu können.

Die Reisenden gingen derweil auf Dorians Angebot ein, wenn auch unsicher was sie erwarten möge. Das Vorhaben, Fearûn wieder zu neuer Blüte zu verhelfen, schien befremdlich, der Preis zu hoch und doch reizvoll. Sei es der bloße Reiz einer toten Welt beim Erwachen zu helfen und die ersten Schritte der Wiedergeburt zu beobachten, der Wunsch zu einer neuen Normalitäten oder die Verantwortung und Macht, eine Welt nach eigenen Vorstellungen zu prägen. Magische Ringe würden den Übertritt nach Fearûn erlauben. Etwas besorgt aber doch von Dorians Fähigkeiten überzeugt, stülpte man die Ringe über, schloss die Augen und wie Blitze flammte es vor dem inneren Auge. Für den Bruchteil einer Sekunde schien man inmitten des tiefen Meeres zu tauchen, Eisberge zu überblicken, höchste Höhen zu durchstoßen und in der Lava eines Vulkans zu baden, als mit einem Male ein vertrauter Anblick sich darbot. Hätte man es nicht gewusst, wäre es kaum zu erkennen gewesen: der alte Marktplatz von Tiefwasser. Selbst die Steine schienen geschmolzen, nur karge, braune Einöde ringsumher.

Als sie den die Phiole mit Aether auf den Boden gossen ließ ein gewaltiges Beben sie zucken. Die Erde bebte, als würde sich etwas durch ihr Erdreich wühlen und mit einem Male trat ein Halm heraus. Das erste Grün, was diese Welt seit Jahren gesehen haben mag. Und noch einer! Es dauerte keine Minuten da blickten sie auf ein Fleckchen Grün, mitten im Nirgendwo. Es war nicht groß, nicht viel aber doch so viel mehr als alles andere. Das Experiment war geglückt, doch die Frage drängte sich nun auf: Kann man Dorians Angebot folgen? Und wäre es rechtens die eine Welt für die Geburt der anderen zu opfern? Erneut zogen sie die Ringe auf, erneut blitzte es doch, doch diesmal waren es nicht Dorians Augen die sie ansahen. Gewaltige, blaue Eiskristalle schienen sie mit Blicken zu durchbohren. Für einen Augenblick hielt die Zeit den Atem an, ehe sie mit einem Krachen durch den Boden zu fallen schienen. Eis und Schneegestöber folgte ihnen, als sie durch den Himmel fiehlen. Der Himmel war zerrissen, eine Kreatur ganz aus Schnee und Eis schien ihnen zu folgen.

Erschrockene Schreie hörte man, als die Ifrit dies erblickten und ihre Flammen gegen das Eis warfen. Nicht nur Eis und Schnee, sondern auch Rahels Fäuste waren versucht sie zum Schweigen zu bringen. Die Versammlung war gescheitert, allesamt rannten sie wohin sie nur konnten und warfen, wenn nicht mit Feuer, so doch mit Bedrohungen und Verwünschungen um sich. Dorian vermochte den Riss im Himmel zu schließen, doch nicht zu versiegeln. Geschlossen war er, doch nun, da die Tür einmal aufgerissen würde, war es nur eine Frage der Zeit bis man sie erneut aufstöße.

Der Entschluss zur Abreise war bereits gefasst, da sahen die Reisenden wie hier und dort der Himmel sich erneut auftat, die Elemente des Feuers herabstiegen. Sie haben sich der Ringe bemächtigt, die Tore ihrer Elemente geöffnet. Man verließ das Tal, überquerte der Fluss und machte am Waldesrand halt. Nichts Gutes mag auf das folgen, was sie im Tal ereignet hat. Mit Einbruch der Nacht kehrte Stille ein am Waldesrand, doch aus der Ferne hörte Amir eine vertraute Stimme. Wirr, undeutlich, verstörend und doch vertraut hörte er einen alten Bekannten zu ihm sprechen. Nicht nur Feuer und Eis fanden ihren Weg in die Welt, und welche Tore noch aufgestoßen worden waren, war nicht absehbar.

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Unwetter

Das Tal schien groß und weit, gleichsam einer Schüssel einem Zentrum zusteuern. Das Wetter war warm und angenehm, doch gleichsam auch augenfällig. Sie waren kaum einige Minuten unterwegs als der Himmel sich zuzog, sonderware Farben und Formen zum Vorschein traten und die Reisenden ob dem starken Regenfall in den nahen Wälder Zufluch suchten. Kaum waren sie dort, als Wut manch einen überfiel. Seit Tagen schon spürte Theresa die bohrenden Blicke von Amir auf ihren Rücken, seine ewigen Sticheleien und nervtötenden Bemerkungen. Da sie auf Grund des Wetterumschwungs ohnehin eine Rast einlegen mussten, ließen blanke Fäuste und spitze Pfeile ihren Unmut vermuten. Voll Zorn schlug sie zu, griff ihre Reisenden an, die seit jeher keinen Tag ohne Nörgelei verstreichen ließen. Fast allesamt gerieten sie in Rage doch keine wenige Augenblicke später, nachdem die ersten Gesichter blutig geschlagen waren, verfolg die Anspannung zu schnell wie sie aufkam. Auf ihrer Weiterreise stießen sie Boten denen es wohl ähnlich erging, zumindest fand man ihre zerschundenen Körper.

Nach Stunden erreichten sie den Versammlungsort, errichteten ihren Rastplatz und trafen auf Abgesandte der großen Städte, ebenso auch Gesandschaften der Alten Völker, welche diesen Ort als heilig erachten. Abkömmlinge der Feuerebene, die Ifrit, waren zu sehen wie wohl auch Dryaden, die Undine und auch den Nachgeburten der Luftgeister, den Sylvani. Die Anspannung war spürbar, Ignoranz, Verbissenheit und Unmut drückten die Stimmung. Sogleich am folgenden Tag wurde die Sitzung einberufen, eine Einigung jedoch nicht erzielt. Dryaden und Sylvani lehnten deutlich das Gesuch der Menschen ab, den Aether der Vier Winde nutzen zu dürfen, wie wohl die Menschen und, zu aller Verwunderung, auch die Ifrit ihm zustimmten. Die Undine jedoch, enthielten sich. Dieses Schauspiel fand wohl schon seit Tagen, wenn nicht gar Wochen statt. Die Fronten waren verhärtet und die Gruppe schien kaum eine Möglichkeit zu sehen, diesen Konflikt im Einvernehmen zu beenden. Selbst als Amir im Namen der Insel seine Stimme erhob, verhinderten die Undine jedwede eindeutige Entscheidung – weder ein Ja noch ein Nein war zu erreichen.

Wenige Tage ergebnisloser Gespräche verstrichen, als die Stimmung arger zu kippen drohte und erste Überbegriffe sich ereigneten. Abgesandte der Menschen wurden tätig angegriffen. Schuldige wurden vermutet, doch belegt werden konnte nichts. Gegenseitige Beschuldigungen flogen durch die Luft, und als hätten sie die Ruhe benötigt, zogen Rahel in Begleitung los, um das Lager der Menschen zu erreichen; um Informationen zu erhalten, welcher Art auch immer. Doch sollten sie dort nie angekommen. Angelockt von einem Leuchten im Wald, schritten sie tiefer in die Wälder hinein bis sie auf ein Lagerfeuer stießen. Offenbar eine Karawane der Menschen, wie es schien. Sie schritten näher und näher, als der Schleier fiel. Das Feuer ward verschwunden, ebenso auch die Karawane. Was noch zu sehen sah war ein alter, knorriger Baum der mit finstrer Miene dreinzublicken schien, seine Wurzeln in Bewegung setzte und mit seinen dornigen Ranken nach Rahel zu schlagen beginn. Beiden gelang schließlich knapp die Flucht und mit blauen Flecken und ohne Informationen kehren sie am frühen Morgen zurück.

In Armir stärkte sich die Ansicht, diesen Ort baldmöglichst zu verlassen. Gegen Starrsinn dieser Art sich nicht streiten, und ohnehin, wer würde wohl solch eine Abstimmung akzeptieren, wenn sie einem nicht zusagt? Inmitten des Zeltplates trat sobald jedoch ein älterer Mann an sie heran; Armir sah ihn nur einst im Wald, Rahel war er jedoch wohl vertraut. Dorian kam auf sein Angebot zurück, bat die Reisenden ihn in seinem Experiment zu unterstützen: die Wiedererweckung von Faerûn. Eine kleine Schatuelle mit Ringen stand bereit und ein Fläschen voll Aether. Die Ringe sollten sie zu ihrer alten, zerstörten Heimat tragen können, der Aether sodann sein Werk verrichten. Die gebündlete Energie, welche der Aether der Natur entzog, solle dem leblosen Boden neues Leben einhauchen können.

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Unstimmigkeiten

Monate sind verstrichen, seit die Reisenden zuletzt die Insel verließen. Man ging allerlei Gewerbe nach, lebte nun eben sein Leben, so wie’s war. Gestört wurde der eingelaufene Trott durch gleich zwei sonderbare Ereignisse, wobei das kleinste zugleich das sonderbarste von beiden war. So begab es sich, dass Kiyanna in Begleitung gen Wald ging um zu jagen, oder auch sonst wie die Kühle des Waldes zu genießen. Unverhofft kam es nicht, dass sie einem anderen Jäger dort begegneten. Unverhofft kam es bloß, dass dieser gute Mann tot schien. Blaue Lippen und bleiche Haut ließen vermuten, dass er ertrunken war doch war ein Gewässer weit und breit nicht in Sicht. Ein Heiler wurde zu Rate gezogen doch wusste auch der kaum Rat, gleiches galt für einen Novizen der Magier, welcher Kiyanna in den folgenden Tagen im Wald bei Untersuchungen begleitete. Artjom vom Name, ein Novize dessen Unfähigkeit in der Magie einzig durch seine Unfähigkeit in jedem anderen Belange überboten wurde, doch nebst Kiyannas Hund immerhin eine passable Gesellschaft bot.

Zur gleichen Zeit ereignete es sich, dass Gesandschaft aus den Großen Städten auf der Insel einlief. Die Verhältnisse in den Großen Städten seien alamierend, berichtete man, seit dem ein Nachschub mit Aether nicht mehr gegeben sei. Ganze Stadtviertel von Hohenstädt wurden bereits gesperrt und auch darüber hinaus bahne sich eine Katastrophe in den Städten ein, welche auch die Insel zu spüren bekommen wird. Trotz Bemühen andere Energien zur Versorgung der Städte zu erforschen, müsse doch weiterhin der Aether für eine Zeit weiterhin genutzt werden. Mit diesem Ansinnen zogen Menschen der Großen Städten gen einer Region im weiteren Osten, ein Tal das ganz vom Aether geprägt sei, eine ganz und gar sonderbare Gegend, noch erfüllt von der Magie der Alten Völker. Eine glückliche Fügung, wäre es nicht zugleich eine angestammte Heimat mancher der Alten Völker, welche die menschlichen Anliegen wohl in keinsterweise teilen. Ein offener Konflikt droht, den abzuwenden die Insel gebeten wurde. Als Schiedsgericht sollen sie vermitteln, zwischen dem Anliegen der Menschen und den Wünschen der Alten Völker. Wohl kein leichtes Unterfangen, wenn denn überhaupt ein Kompromiss möglich scheint.

Man zog somit los, und ließ den Ertrunkenen im Wald Wasserleiche sei. Einige Woche, manchen Monat, zog sich die Reise ehe sie kurz vor Lichtung des Waldes auf einen alten, doch für andere ebenso unbekannten Bekannten trafen. Begleiten ließen sich die Reisenden von mancher Miliz der Insel, ebenso Artjom begab sich mit ihnen. Im Gepäck ein magischer Block Papier, welchen die Magiergilde mit auf Reisen schickte um in Kontakt zu bleiben. Wie dem auch sei, irrten die Reisenden im Wald umher, wohl sicher, dass sie lediglich der Straße folgen müssten, doch wandt sie sich nicht im dem Sinne, wie sie es hätte tun soll. Sie verlief im Kreis. Manch einer hätte sich an an frühere Erlebnisse erinnert, als erneut ein sonderbares Licht im Wald erschien, dass die Reisenden zu lotsen schien, auf eine Burg im Walde zu. Die Reisenden wurden erwartet, betraten die Burg und blickten in einen gewaltigen Saal, der von bekanntn Gesichtern gefüllt war. Zaid und Drakbron sah man, wie sie offenkundig bei einem alten Bekannten speisten. “Dorian”, stellte sich der Gastgeber vor, und wissend um das Ansinnen der Reisenden, äußerte er gleichwohl seine Bitte. Man möge das Ansinnen der Menschen unterstützen und den Aether erneut nutzbar machen, denn geradewohl der Aether in dieser Region, sei derart mächtig, dass er Dorians Forschung mehr als zuträglich wäre. Faerûn wieder zu begrünen, war sein Wunsch, und im Aether glaubte Dorian ein geeignetes Mittel zu sehen. So möge der Aether nicht nur Energie aus seiner Umwelt entziehen, gleichwohl müsse er sie doch auch wieder abgeben können. Die Reisenden schienen von Dorians Ansinnen wenig angetan, doch es stand nunmehr im Raum.

So kam man nun im Tal an, an dessen Eingang sich auch so manch anderer Reisender verirrte, wie wohl auch Baran, welcher – wie es der Zufall wollte! – gleichsam hier reiste. Ein Gesandter der Menschen überreichte den Reisenden noch eine Karte des Tals mit dem Wunsch, zur morgigen Unterredung zu erscheinen. Am nächsten Tag begab man sich so dann auf Reisen.

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Wieder auf Tour

Nachdem die Gruppe um Amir nun etwas sechs Monate mit dem aufbau von Faeruna beschäftigt war. Rief Amir am heutigen Tag Weide, Kregar und noch einige Neulinge zu sich. Als letztlich alle um Amir versammelt war, legte er ihnen eine Nachricht aus Kiyannas Heimatdorf vor, in diesem werden die Faeruner um Hilfe gebeten. Einige Dorfbewohner wurden mit Aether infiziert und es wird auf Hilfe gehofft, da Faeruna die Infektion schon einmal erfolgreich bekämpft hat. Nach kleineren Gesprächen, brach die Gruppe dann zu Pferden auf. Ihr weg führte sie die Küste hinauf bis sie sich schließlich in Höhenstedt wieder fanden. Der Weg war lang und nun waren sie bereits vier Wochen unterwegs, da war ein Tag Pause gerechtfertigt. Von hier sollte es nun mit dem Zug weiter Richtung Norden gehen, nochmal eine Halbe Monatsreise, ehe sie wieder auf das Pferd wechselten und der großen Handelsstraße in Richtung Osten folgten. Schließlich kamen die Gruppe nach der zwei monatigen Reise in Kiyannas Dorf an. Ein kleines Dorf und nicht wie die meisten Städte mit technischen Neuerungen durchzogen, hier war das Leben so wie die meisten es noch von Faerun kannten. Sie wurden von dem Dorfoberhaupt sehr freundlich empfangen und ihn wurde ein Bett und Essen zur Verfügung gestellte. Und schon am nächsten Tag begannen die Verhandlungen für die Hilfeleistung.

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Eine neue Welt

Jene die an dem Tag da waren werden davon berichten, wie der Lärm ihr Herz zum Stillstand bringen schien. Die Maschinen waren angeworfen, die Motoren dröhnten und unter ihrer Kraft knarrten die Bretter. Das Luftschiff hebte ab, bebte und zitterte doch. Die Männer und Frauen auf Deck standen an den Seiten, ihre Bögen fest umschlossen und schauten sie nach unten so sahen sie nicht weniger als hunderte die gleichsam mit ihnen gen Osten zogen. Die Konflikte der Monate waren vergessen denn in diesem einen Ziel waren sie geeint; endlich die Insel verlassen zu können und ihre Unterdrücker für immer von hier zu vertreiben. Die Sonne stand hoch am Himmel im Osten und Amir ließ den Kapitän geradewegs auf sie zusteuern, schrie Befehle über Deck doch jeder wusste was zu tun war – den Feind einhüllen in ein Meer aus Pfeilspitzen. Kre’ga bemannte mit Alea einen der kleineren Flieger und hielt sich im Windschatten des Luftschiffes um Blicken und Kugeln zu entgehen. Baran und Rahel maschierten derweil im Schatten des Schiffs gemeinsam mit mit dem Rest zu Fuß; sie würden dem Feind ehrlich, von Angesicht zu Angesicht gegenüber treten. Es schienen Stunden zu vergehen bis sie zum Fuße des Aufstiegs kamen. Als doch die ersten Kanonen von der Anhöhe donnerten und die erste Salven an Kugeln durch die vordernen Reihen fetzten war es abgemacht – der Kampf war eröffnet und jene die am Ende des Tages noch auf ihren Beinen stehen könnten würden nicht nur Sieger einer Schlacht sein, sie wären frei. Und am Leben. Vor allem das. […]

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Herren der Winde

Die Entscheidung stand, man würde sich der Prüfung in der Laterne unterziehen und würde aufs Ganze gehen. Die Die Prüfung der Aufmerksamkeit wurde gewählt, scharfer Verstand, kluges Vorgehen und geschärfte Sinne würden geprüft und, obwohl Amon es für unwahrscheinlich hielt, glaubten die Reisenden daran diese Prüfungen beim ersten Versuch zu bestehen. So taten sie es. Das Tor wurde durchschritten und man fand sich wieder in einem Verließ, die Wände vom Fackelschein erhellt und das Ziel, nun, den Ausgang erreichen. Schnell wurde klar, dass nicht nur der Boden von Fallen gespickt war sondern auch zuviel Neugierde gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen konnte. Sie entdecken Geheimgänge die ins Leere gingen, magische Portale die an widersinne Orte teleportierten wo man sich über Fallgruben fand und eine schier endlose Abfolge von Räumen in denen einer dem anderen glich. Um es interessanter zu gestalten zählte Amon, sozusagen, die Zeit. Ein Mechanismus, einmal ausgelöst, fügte fürchterliche Schmerzen sollte, und, sollte man keinen Weg finden ihn zu deaktivieren, würde er einen nicht unschnell das Bewusstsein rauben. Beharrlich folgten die Reisenden jedem Irrweg, jeder Ablenkung getrieben von dem Wunsch alles zu sehen, selbst, wenn dies bedeutet einmal im Kreis zu laufen oder vor einer Wand zu enden. Es gelang ihnen jedenfalls den Mechanismus zu beenden, gerade rechtzeitig, denn Kre’ga konnte die Augen kaum noch offen halten. Sie fanden sich in einem Säulengang wieder. Marmorboden, feinste Teppich, diverse Gemälde und am Ende des Ganges eine große Schwingtür auf der in arkanen Lettern geschrieben war, dass hier der Ausgang sei. Dieser Falle, allerdings, fiehlen sie nicht anheim – zumindest zu Anfang nicht. Ein verstecker Gang enthielt wurde aufgetan, ein Rästel sogleich. Nach Wahrheit und Unwahrheit wurde gefragt und eigentlich hätte man sich alle Ruhe lassen können diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, hätte Baran nicht doch die Neugierde gepackt als er die Schwingtür aufstieß. Fluten von Wassern, wie aus dem Nichts, strömten durch den Säulengang und binnen weniger als einer Minute, so war klar, würden sie keinen Atem mehr finden. Amir und Kre’ga begannen also das Rästel in aller Eile zu lüften und als das Wasser bereits bedrohlich hoch stieg wählten sie, drückten an einer Statuete die entsprechen Arme nach unten und das Wasser versiegte so schnell wie es kam. Hinter der Schwingtür kam ein Podest zum Vorschein. Und darauf, nun, lagen sie, zwei Siegel und die Gewissheit die Prüfung bestanden zu haben. Sie traten aus dem Prüfungsraum in die Vorhalle und fanden sich wieder inmitten von Amon wieder. Die Siegel wurden eingesetzt, man hatte gewählt.

Die erste Hürde des Tages war damit genommen doch die nächste stand bereits an. Miro sagten sie zu einen Plan zu entwerfen die Insel zu verlassen. Ein Plan der ohne Frage ohne Gewalt nicht auskam, doch schien ein Ausbruch kaum möglich. Kyra kam des Tages zurück nachdem sie den Osten ausgesphäte hatte. Sie wirkte etwas verdutzt, sprach jedenfalls davon, so allerlei Gepäck dabei gehabt zu haben. Sie reiste wohl über den Norden weiter gen Westen, traf auf so manche Gestalt welche die Reisenden zu kennen glaubte und Kyra, als diese sich zu erkennen gab, mit Hilfsmitteln weiterschickte, sodass Kyra schwerbeladen im Süden ankam. Ihr Haus glich einer Lagerhalle aus allerlei leichten und kleinen Plunder, Schmuck vor allem, persönliche Dinge welche die Banditen aus dem Westen gestohlen hatten und was nun – zumindest in Teilen! – womöglich zum ehemaligen Besitzer fand. Jedenfalls, so erfuhren die Reisnden, gab es im Osten einen Aufstieg, breit genug um dort mit einigen Mann hochzulaufen, doch gleichermaßen ließ er sich gut verteidigen. Ein Lastenaufzug befand sich gleichsam dort, doch, das ärgste Problem lag über ihnen: das Luftschiff, welches vor Tagen auftauchte, schwebte immer noch über der Insel, wie eine Drohung und Warnung nichts unüberlegtes zu tun. Selbst wenn sie alle den Osten zogen, welche Gefahr war vom Himmel zu erwarten? Sie waren ratlos.

Die meisten waren entmutigt und Ideen kamen keine. Glücklicherweise fiehl Amir – was ein Zufall! – ein, dass er doch einen Schriftverkehr vor einigen Tagen abgefangen hatte. Er meinte doch etwas bezüglich des Luftschiffes gelesen zu haben, doch der Wortlaut fiehl ihm nicht mehr ein, der Inhalt sowieso nicht. Er krallte sich den Papierfetzen und begann zu lesen. Seine Augen wurden weiter und in seinem Mund zeichnete sich ein Grinsen ab. Das Schiff wurde gewartet, es war kaum mehr als eine Rumpfbesatzung an Bord und, nun, es diente einzig der Abschränkung und Einsüchterung, sowie der Stärkung der Moral der Soldaten. Bewaffnet war es nicht, eigentlich hätte es wohl gar nicht da sein sollen, wäre etwas besseres verfügbar gewesen. Das Problem schien gelöst. Doch vielmehr, es tat sich nun eine ganz neue Möglichkeit auf: wenn nicht abschießen oder ignorieren, weshalb nicht gleich stehlen? Man beriet sich und kam schnell zu der Einigung, dass eine eigende, fliegende Festung nicht nur ein Objekt von Prestige wäre sondern auch eine wilkomende Unterstützung für den bevorstehenden Kampf. Von Drakbron erfuhren sie, dass der Aufstieg machbar sein, er könnte sie hinauf bringen, doch seine Magie wirke soweit oben nicht. Ehe sie dem Schiff auch nur nahe kämen würden sie unlängst gen Boden fallen.

Drum zogen sie los, die Apparaturen auf den Klippen zu zerschlagen. Sie stellen sich im Süden, so nah sie konnten, an den Fels, dort wo Baran einst den Tod suchte und leider doch lebend den Felsen hoch oben erreichte. Die Apparatur hatte er dort bereits vor Tagen – oder waren es Wochen? – zerstört, die Magie sollte dort wirken. Und das tat sie. Durch Drakbrons Zutun erreichten sie binnen Sekunden die Oberseite und der Vandalismus begann. Sie zogen von Süden entlang und zerschlugen jeden Apparat den sie unterwegs trafen, genug jedenfalls, um sich den Schiff nähern zu können. Bemerkt wurden sie wohl nicht, wer ging auch davon aus, dass jemand auf den schmalen Felsrand entlanglief, geschweige denn dort oben lebend ankam. Wieder unten angekommen hatten sie Blut geleckt, denn das Schiff würde ohne Frage eine lohnende Beute abgeben.

Drakbron erlaubte ihnen erneut den Aufstieg und an einem der Seitenluken stiegen sie im Unterdeck in das Schiff ein, es war dunkelste Nacht und niemand ahnte etwas von ihrem Treiben. Das Schiff war aus massivsten Holz gefertigt, schien geradezu poliert, Teppiche langen aus und künstliches Licht erhellte die Gänge und Räume. Dröhnender Maschinenlärm setzte Ohren und Schiff in leichte Vibration doch zu sehen war niemand. Zu hören war ohnehin kaum etwas. Sie huschten durch die Gänge, lukten in verschiedenste Räume, überrascht von dem Protz des Schiffes, denn ein Kriegsschiff jedenfalls, danach sah es nicht aus obwohl sie Befestigungen sahen an denen Kanonen wohl ihren Platz fänden. Bloß standen dort keine. Deck um Deck, drei an der Zahl, schlichen sie hinauf und die wenigen Unglücklichen, welche sie unterwegs bemerkten, wurden rasch ins Reich der Träume geschickt. Rahel war es dann der auf Deck stürmte und direkt den amtierenden Kapitän festsetzte. Ein Kampf blieb aus denn es war schnell klar, dass man es dort nicht mit Soldaten zu tun hatte. Mechaniker sah man, Hämmer und Schraubendreher sowie Zangen doch keinerlei Bewaffnung. Das Schiff war binnen von Minuten in ihre Hände übergegangen. Doch nicht nur das, zu seiner Freude fand Kre’ga auf dem Deck des Schiffes gleichermaßen noch zwei weitere Apparaturen, kleine Flugmaschinen wie sie solche bereits im Nordlager einmal sahen. Wie Kre’ga sich festgewisserte flogen sie auch. Eine brauchbare Ergänzung ihres Arsenals. Da allerdings niemand von ihnen die Expertise besaß solch ein großes Schiff zu fliegen wurde kurzerhand der Kapitän, in Austausch für sein Leben, überredet sie gen Süden zu steuern und dort sicher zu landen. Die Maschinen brummten noch stärker, die Vibration war auf dem ganzen Schiff spürbar und so setzte es sich in Bewegung. Ein traumatisches Schauspiel für jene Soldaten im Osten die zusahen, die ihre Unterstützung scheinbar von selbst gen Süden flog. Und dort blieb.

Jubelnd und unter Applaus wurden die Reisenden empfangen. Befehle wurden erteilt, sodass sich schnell die ersten Bogenschütze auf das Schiff begaben, gleichsam entsandte man Boten gen Westen um für den Kampf bereit zu machen. Der Plan stand nunmehr fest: man würde sie nicht nur überrennen, sondern auch vom Himmel herab bombadieren. Um sie dann zu überrennen! Amir und Baran nutzten die freie Zeit derweil um sich weiter Barans Werk zu widmen, eine neue Axt, geschmiedet von ihm mit Hilfe seines Gefährten. Wenige Tage würden sie brauchen, wohl ausreichend Zeit, um sie, sein Denkmal an seine Gefangenschaft, im Kampf erproben zu können. Nicht nur er sollte jedoch gut gerüstet in den Kampf gehen. Kyra überreichte Amir noch einen Schild, eine Sonderanfertigung des Schmiedes Servon. Eine wahre Meisterarbeit wie sich schnell zeigte, doch auch Kre’ga und Rahel erhielten Dinge von Wert. Nichts Neues, muss man sagen, sondern vielmehr Altbekanntes. Erinnerungsstücke aus alten Tagen als sie beide noch in Fearun waren. Die Emeriten fanden sie, nachdem die Banditen sie stahlen und Kyra, nun, sie brachte beides an ihren Bestimmungsort.

Man war bereit, zum Befreiungsschlag konnte endgültig ausgeholt werden.

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Im Westen was Neues

Eigentlich würde diese Episode unter der Überschrift Ein verregnter Nachmittag zu finden sein, wäre nicht doch eine Begegnung von statten gegangen. Die Verwicklungen der Dunkelelfen waren aufgedeckt und die Hoffnung bestand zuletzt, dass die Feindschaft auf der Insel damit ein vorzeitiges Ende gefunden haben mag. Unsicher begaben sich die Reisenden gen Westen, hielten zu auf den Tagebau, geschlagen aus rauen Staun, was wohl das Lager des Westens sein sollte. Ein Eingang war nicht erkennbar, doch bewaffnete Männer lukten zwischen den Steinen hervor, Rauch stieg etwas entfernter auf, sodass klar war, worauf sie sich einließen. Völlig unerwartet schien ihr Eintreffen jedenfalls nicht, zumindest wurden sie nicht zugleich attackiert sondern unter argwöhnischen Blick in das Lager geführt. Es dauerte nicht lange bis sie ihn in natura sahen. Einen Halbling der voller Selbstüberzeugung nur so strotzte, und vor schlechter Laune gleich dazu. Er hieß Miro.

Ein Blick durch das Lager genügte um die Ahnung zu bestätigen, dass Kinder, Alte und Kranke hier keinen Platz fänden. Zumeist sah man Männer, wehrhaft, dass war klar. Und die Frauen, nun, noch weit aus wehrhafter. Gesättigt schienen sie alle, gut ausgestattet gleichermaßen wenn auch weniger in der Anzahl. Es zeichnete sich schnell ab, dass hier eine besondere Art der Rechtsprechung galt, nämlich das Faustrecht. Wer stärker war sagte wo es lang ging, der Schwächere steckt ein und wartet auf seine Chance. Miro jedenfalls, obwohl auf dem ersten Blick von keiner imposanten Gestalt, wusste jedenfalls sich Respekt zu verschaffen und besaß zum Teil bestialische Formen der Selbstberuhigung, eine sadistische Ader die glatt einem Dunkelelfen hätte entstammen können. Mit welch Unbekümmertheit er tötete ließ erahnen in welchem Milleu er sich in Fearun einst umher trieb – der Respekt der ihm erwiesen wurde, gleichwohl, ließ erahnen, dass er gut in seinem Handwerk war. Das Gespräch war kurz und knapp, doch einigte man sich schnell. Abseits aller Uneinigkeit bestand doch ein gemeinsamer Wunsch, und zwar die Flucht von der Insel. Was darauf folgen mag, würde wohl die Zeit zeigen. Miro willigte ihn sich mit seinen Leuten dem Ausbrauch anzuschließen, zumindest sofern die Reisenden einen Plan vorlegen konnten, wie sie denn ausbrechen wollen. Als eine kleine Geste wurde ihnen zudem eine Lieferung überlassen; offenkundig Beute. Es wurde genommen was nützlich erschien, anderes liegen gelassen.

Als man am selben Tag erneut im Süden der Insel angelangt war, beriet man sich. Baran war klar, dass er die Insel nicht ohne Andenken verlassen mag. Ein großer Kampf würde wohl bevorstehen und der Wunsch seine eigenen Waffen zu schmieden, sei es auch mit Unterstützung, begleitete ihn schon lange. Material war rar und das, was in den Sinn kam, kaum zu tragen. Da fiehl es den Reisenden erneut ein, dass das Blaue Feuer nach wie vor mit zwei Prüfungen nur darauf wartet unterhalten zu werden. Was es am Ende auch immer für einen Nutzen bringen mag, es würde einen Nutzen bringen die Prüfungen erfolgreich zu bestehen. Und jede Art von Unterstützung schien ihnen nur recht zu sein. So entschloss man sich den Prüfungen bald zu stellen.

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Zerbrochene Ketten

Die Wunden schlossen sich, die Arme ausgebreitet, Wasserdampf, die heiße Sonne und das warme, blaue Nass. Der Tag schien so gut anzufangen. Kre’ga und seine Begleiter wussten jedenfalls die Geschenke der Undine sinnvoll zu nutzen. Es war aber doch abzusehen, dass der Tag so nicht bleiben würde, so friedlich und ruhig. Sie ließen den Abend verstreichen, legten sich zur Ruhe und gewiss war, dass der neue Tage neue Arbeit mit sich bringen würde. Nach und nach erwachten sie mit den ersten Sonnenstrahlen, man fand sich im Haupthaus ein, beriet sich. Zaid, als man nach ihm sah, war nach wie vor nicht bei Bewusstsein und es war kaum abzusehen ob er es jemals wieder sein würde. Baran legte schnell seine Ideen auf den Tisch, denn nach Nordwesten sollten sie gehen, so sein Vorhaben. So manche Beuete hatten sie bei den Einsiedlern um McAlister gelassen, vieles davon könnte nützlich sein. Gleichwohl sollten die Vorhaben der Dunkelelfen überprüft werden und überhaupt, bislang war noch niemand der Reisenden auch nur in die Nähe des Lagers im Westen gelangt – womöglich war es nun langsam an der Zeit. Kre’ga wollte von dem nichts wissen, hielt es für blanken Selbstmord auch nur in die Nähe zu gehen, denn wo Dunkelelfen lauern ist meist nicht wenig Ärger in Aussicht, mit den Patroullien über der Insel und sonst allerlei Halsabschneidern hinter jedem Gebüsch war der Gang gen Westen eine Todesfalle. Allerdings, half es alles nichts. Wollten sie erfahren was los war, so müssten sie das Risiko auf sich nehmen. Und so taten sie es auch.

Am See wurde Rast gemacht, die Sonne war kaum zu ertragen ohne das man die Wasserflaschen neu füllte. Am Ende des Sees, so meinten sie, Gestalten erkannt zu haben, Mündungsfeuer. Als sie doch näher kamen war nichts mehr zu erkennen, doch dass die Undine ihrerseits den Wachpatroullien Einhalt bieten wollten schien eine Vermutung zu sein. Zumindest eine angenehme, doch ob sie auch zutrifft? Man hielt sich jedenfalls am Waldrand, ließ die Nacht einbrechen und wollte erst zum anbrechenden Tage weiterziehen. Die Dunkelheit, bot sie auch Schutz, war doch gleichermaßen eine gefährliche Falle. Baran machte sich über derlei Abwägungen allerdings keinen Kopf, zog den Gürtel zurecht und stapfte erneut gen See, eine Stunde lang lief er hin und eine weitere zurück. Weshalb? Er tauchte ein in das Wasser. Das Wasser schien ihn zu durchströmen, seine Glieder zu durchfließen, ihn zu erfüllen und mit neuen Kräften auszustatten. Für einige Sekunden, fast eine halbe Minute, verweilte er so im Wasser als wäre es sein Element und er darin geboren. Als er wieder an das Ufer trat und am Waldesrand ankam fühlte er sich bereit für neue Taten. Kre’ga derweil nutzte die ruhigen Minuten und Stunden um gleichsam seinen Kopf frisch zu halten und eignete sich weiteres Wissen an. Auf den Mond folgte die Sonne und auch eine böse Ahnung. Kre’ga wusste, gleichsam auch Rahel, was es mit dem Licht vom Monde auf sich haben mochte. Die Dunkelelfen, so vermuteten sie, warten oftmals auf den Vollmond um in dessen Schein ihre Rituale zu vollziehen. Sie schauten gen Himmel und sahen wie die Sichel nach und nach wich und eine Kugel an die Stelle trat – Vollmond war wenige Tage entfernt, was der auch immer bringen mochte.

Am Tage, jedenfalls, zogen sie weiter gen Westen und folgten dem nunmehr schwachen Strahl vom Himmel. Mitten im nirgendwo, so schien es, verblasste er. Nichts war zu sehen, weder im Guten noch im Schlechten. Niemand traute der Sache, doch als man Baran sah wie er die Luft durchbohrte und schließlich mit einen Dolch selbst den Boden durchstoß war die Illusion gelüftet und eine Passage unter die Erde tat sich auf. Sie gingen hinein, bis auf Kre’ga – seine Abenteuerlust reichte nicht aus um sich fröhlich in jedwede offenkundige Todesfalle zu begegen. Fallen spickten auch den Weg der Reisenden als sie ihren Abstieg begangen. Schwüle und feuchte Luft schlug ihnen entgegen und ein Gestank wie von geronnen und frischem Blut gleichermaßen der nur stärker wurde, je weiter sie abstiegen. So manche Falle war überwunden und erneut erwiesen sich die Gaben der Undine als hilfreich. Auch Kre’ga trat zu guter letzt doch den Abstieg an, immerhin konnte er sie kaum alleine lassen – auch wenn er das vielleicht gerne getan hätte. Eine letzte Senke führte sie in das Innere der Höhle. Ein riesiger Raum, gleich einen Kuppelbau geschlagen in Stein offenbarte sich ihnen. Inmitten ein Ungetüm wie sie es noch nie sahen. Der Unterleib gleich einer gigantischen Spinne doch der Oberkörper noch humanoid, zum Teil. Schaute man näher hin so sah man wie sich dicke Borstenhaare aus dem letzten Rest an humanoiden Wesen nach Außen drückten, die Arme, die Brüste und Schultern waren mit dicken Haar überzogen doch unverkennbar war, dass es sich einst um eine Dunkelelfe gehandelt hatte. Sie wurde Zeuge wie die Facetten der Dunkelelfen wichen, das Augenlicht wurde kühler und dem Verstand wich nach und nach das Animalische. Sie stieß laute Zischgeräusche aus, rieb sich ihre sechs Beine doch als die Reisenden wagemutig in die Höhle stürmten wurden sie anfangs nicht bemerkt. Um das Spinnenweib waren versammelt auf vier Podesten Gefangene der Elfen, die Arme und Beine verbunden und geopfert werden sollte sie nach und nach in einem blutigen Ritual. Mit langen, feinen Klingen durchbohrten Adepten der Drow ihre Leiber und opferten sie der Göttin Lloth, das Blut ihrer schmierigen Verwandten sollte der Verwandlung dienen.

Spätestens als Amir mit seiner Klinge die Kehle des ersten Adepten durchtrenne und dieser leblos zu Boden fiehl waren sie aufgetan. Das Spinnenweib drehte sich und man hörte mit lauten Stapfen wie ihre sechs massiven Gliedmaße sie zu den Reisenden trieben, mit animalischen Blick erfasste sie Baran und schwere Fangzähne durchbissen ihm die Schulter, versuchten ihm das Gift der Spinne einzuflösen. Der Kampf war damit eröffnet, Baran spring auf den großen Leib, zog sich an den borstigen Haaren empor und schlug unentwegt auf die Bestie ein. Amir und Rahel ihrerseits rannten in Eile durch den Raum, schlugen einen Adepten nach dem anderen nieder und wenn auch nicht alle, so konnten sie doch die meisten Elfen vor dem Tod bewahren und das Ritual unterbrechen. Barans Äxte und Kre’gas Bomben hielten derweil die Hohepriesterin in Schach, fügten ihre herbe Wunden zu und es dauerte nicht lange bis auf Amir und Rahel sich dem Kampf anschlossen. Gemeinsam schlug man unentwegt ein, erschöpfte und nach und nach rang man das Spinnenweib auch zu Boden. Im Eifer des Gefechts muss es gewesen sein als Kre’ga seine übliche Aufmerksamkeit sinken ließ und er ohne die nötige Obdacht seine Reagenzien verband, sie aber mit einem Knall inmitten seiner Finger entzüdeten und explodierten. Qualmend sank er zu Boden und blieb der liegen bis Amir ihm erneut auf die Beine half. Wieder vereint führten sie den Kampf weiter und trotz kurzzeitiger Hirnausfälle in denen Baran und Amir auf sich selbst einschlugen, wussten sie die Bestie zu legen. Die Spinne wackelte bereits als Baran mit seinen Äxten emporgehalten unter dem großen Hinterleib der Hohenpriesterin entlang rannte und eine Schneise durchzog, sodass Blut, Sekret und Innereien sich über den Boden ergossen und sie mit einem letzten Kreischen aus dem Leben trat. Als Tropähe nahm Baran wie selbstverständlich den Kopf an sich, als sie sahen wie sich der Leib der Spinne wieder verformte und erneut fast humanoide Züge annahm – sie hatten den Leichnam einer Chimäre vor sich liegen.

Mit dem Tot der Hohenpriesterin, so sahen sie, tat sich am Ende der Höhle ein Gang auf. Ein Zauber verblasste, die Illusion wich und sie traten in die einstigen Gemächer der Priesterin. Ein Bett, Schmuck, ein Becken und allerlei Papiere waren dort. Schauten sie in das Becken so war ein Halbling zu sehen, ein Halbling der schien als wäre er aus einem tiefen Schlaf erwacht oder gerade erst wieder zu Sinnen gekommen. Etwas genebelt und irritiert wirkte er, als sie ihn durch die klare Flüssigkeit im Becken sahen, doch dann zornig, wütend und rasend. Er riss allen Schmuck von sich, von denen er allerlei hatte, die Ringe, Ketten, Ornamente und warf es zu Boden. Kre’ga, derweil, studierte die Schmuckgegenstände auf dem Tisch und erkannte ihre magische Natur. Ein erneuter Blick in das Becken und der Halbling schlug unentwegt auf einen der Dunkelelfen ein. Zu Boden gedrückt wurde dieser doch der Halbling schlug und und schlug ein bis er mit einem Dolch die Kehle durchtrennte. Wenige Schritte trat er als sich die Szene wiederholte. Die Reisenden wandten sich ab, erfagten Auskunft bei den verbliebenden Elfen und, als Kre’ga sich über die arkane Fähigkeiten des Schmucks im Klaren wurde, schloss sich für sie der Kreis.

Die Ketten waren gesprengt, so schien es. Der Halbling trug den Namen Miro. Er, so erfuhren sie, ist der wahre Herr des Lagers, die Dunkelelfen ihrerseits eine Minderheit. Das Wasserbecken und der Schmuck, angefertigt um den Geist zu kontrollieren, fügten sich zusammen. Vielleicht war dies eine Wende in Hinblick auf den Westen der Insel.

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Widerstand

Reihe um Reihe formierten sie sich vor der Pallisade aus Holz, die Waffen noch nicht erhoben denn alleine ihre pure Masse schien Eindruck genug auslösen zu sollen. Das Stapfen der Stiefel war aus weiter Ferne zu hören, das Meer aus Uniformen kaum zu übersehen und mit einer Überheblichkeit wie man sie von Gutsherren gewohnt sein mochte stolzierten sie in das Lager, nachdem ihnen geöffnet wurde. Eine gespielte Langeweile wurde aufgesetzt und man bat darum doch ohne zu großes Aufsehen die Waffen auszuhändigen doch, nun, die Antwort war wie zu erwarten negativ. Die Hand wurde erhoben, ein Finger ausgestreckt und sodann setzte sich die erste Kolonne in Bewegung und maschierte in das Lager ein. Die Gewehre wurde geladen und angelegt, Speere demonstrativ nach Außen gerichtet und erneut wiederholte der Offizier seine bitte. Die Stimmung wurde immer angeheizter, fast explosiv und als er noch um abschließende Worte bat ehe seine Männer mit ihrem Werk begingen würden, flog quasi ein Streichholz aus der Menge der Flüchtlinge und tippe vor dem Offizier auf den Boden. Er würde nicht mehr bemerken, dass er auf einem einzigen Pulverfass aus Sprengstoff stand, doch der Knall versetzte einem jeden einen ohrenbetäuben Schlag. Eine Druckwelle aus Hitze, Blut und Gedärme sprengte sich seine Bahn nach Außen, heiße Luft schlug ins Gesicht.

Nach gefühlten Stunden verzog sich der Rauch. Tatsächlich waren es Sekunden. Die Sicht wurde klarer doch noch immer dröhnte ein lautes Fiepen im Ohr, der Schädel dröhnte und noch einige Sekunden später fiehl das Rot vom Himmel. Verfetzte Uniformen, Finger und Beine und Blut über Blut wie in einem einzigen Regenguss entludt sich über die Anwesenden. Binnen weniger Sekunden waren sie rot getränkt als hätten sie in einem Tümpel des warmen Rots gebadet als die zweite Kolonne in das Lager drängte, Kugel in den Boden einschlugen. Aus dem Augenwinkel, allerdings, sah man, dass nicht jeder der verbliebenden diesen Mumm besaß, denn einige der Soldaten suchten ihr Heil in der Flucht. Zurecht, denn nach der ersten Explosion hörte man bald darauf erneute Explosionen in den Reihen. Leiser, kleiner, doch nicht weniger verheerend. Rahel stürmte in die Menge und schlug die ersten zu Boden, Amir folgte ihm auf der Stelle während Baran die Pallisade empor eilte und in einem waghalsigen Sprung von hoch oben einen verduzten Wachmann in den Boden rammte und von dort an die hinteren Reihen aufzurollen begann. Kre’ga seinerseits sorgte dafür, dass das Fiepen in den Ohren nicht zum verstummen kann, ein Sprengsatz nach dem nächsten sprengte Erdreich und neues Leichenmaterial in die Luft. Der Kampf sollte nur noch wenige Sekunden wüten als Rahel von einem Speerhieb durchbohrt wurde. Die Wunde war tief als eine Fratze mit einem zweiten Ruck den Speer aus den durchstoßenen Körper zog. Rahel, allerdings, würde dies nicht mehr bemerken. Unlängst waren die Augen geschlossen und er sank regungslos zu Boden. Gestorben war er nicht, doch dem Tod ein weiteres mal knapp entkommen. Amir stürmte sofort an seine Seite, ein erster Schwerthieb durchbohrte die Schulter des Angreifers und ein zweiter trennte ihm vom Leben. Zugleich sah er wie weitere Angreifer versuchten zu Kre’ga aufzuschließen, mittlerweile erkannten sie den Zusammenhang zwischen den umherfliegenden Tinkturen und den darauffolgenden Blutbädern. Sie sollten ihn allerdings nie erreichen, denn Amir kam ihnen zuvor. Die Äxte schlugen durch die Luft und durchtrennten Sehnen wie ein Säge im Holzwerk Bäume schneidet. Wie in einem Rausch durchpflügte Baran die letzte Reihe die noch so standhaft darstand wie ein letztes Bollwerk aus Organisation, Ausbildung und Gehorsam. Doch Baran brachte nicht nur Blut und Schmerzen sondern sähte Anarchie in ihren Herzen als er sie Schlag um Schlag dezimierte bis die ganze Truppe zuletzt selbst im Chaos versank, die Flucht suchte oder verunsichert wild Kugeln in die Luft schoss.

Der Rest ist Geschichte. Der Blutregen soll nach Stunden angehalten haben, sagt man sich, selbst als die Toten schon längst zur Ruhe gebettet waren, die Löcher im Erdreich aufgefüllt waren und die Reisenden unlängst weitergezogen waren. Selbst dann noch, sagte man, soll das warme Rot vom Himmel gefallen sein und jeder Tropfen mit einem Knall zu Boden gefallen.

Die Reisenden konnten dies allerdings nicht bestätigen denn sie waren schon längst weitergezogen, nach Westen, wo Zaid und seine Männer auszuharren versuchten. Die war einer solcher Nächte die nicht zu enden schienen. Die Werkstätte, die am Berge, hing still und scheinbar in dieser wolkenlosen Nacht. Von Außen war kein Laut zu hören und wäre nicht das künstliche Licht zu sehen gewesen, so hätte man glauben können sie wäre unlängst verlassen gewesen. Mit dem ersten Schritt jedoch, änderte sich der Eindruck. Ein starker Gestank aus Blut stieg in die Nase auf den Vorraum folgte der Schacht, doch er schien seichter als bei ihrem letzten Besuch. Zu Metern schien es, hätten sich die Leichen gestapelt und ihn aufgefüllt. Holzplanken lagen über der Grube doch sie war rutschig und vollgezogen vom Rot und nunmehr hörten die Reisenden auch aus der Ferne das Klirren von Metall. Sie stürmten hinauf, rannten durch die weißen Gänge aus Marmor, der Boden war kaum noch zu sehen, leblose Körper bedeckten ihn und bei einem Blick in einen Raum sahen sie Zweie in die Ecke gedrängt. Amir, Kre’ga, Rahel und Baran rannten zur Hilfe, die Angreifer wurden abgewehrt, es waren Halblinge, Orks und gleichsam Menschen unter ihnen, von den Dunkelelfen war bislang keine Spur. Ob es tatsächlich ein Lager der Dunkelelfen ist? Nach wenigen Augenblick kehrte Ruhe ein, doch die zwei Opfer, Elfen waren es, lebten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Mit einigen dutzend Milizionären aus dem Südlager im Rücken trugen sie den Kampf weiter in die Anlage hinein. Sie stürmten zum Plattform am Hang des Berges und sahen dort, vermuteten jedenfalls, einen Anführer der Angriffe, einen vom Volk der Dunkelelfen. Erneut waren sie glohreich als sie unter vielem Blutvergießen erneut Stille einkehren ließen.

Der Kampf war vorbei. Zumindest für diesen Tag und diese Nacht. Die Opfer schienen sich, dank ihres beherzten Eingreifens, im Rahmen gehalten zu haben. An die dreizig Opfer zählte man wohl. Und Zaid? Sie sahen ihn am Boden liegen, schwer verwundet doch noch am atmen. Eine Trage wurde gebaut und seine Rückkehr gen Süden in die Wege geleitet. Bis er jedoch wieder zu Kräften kam, das war sicher, würde es noch einige Tage dauern, mindestens. In den frühen Morgenstunden erreichte man somit den Süden, kam zur Ruhe, leckte die Wunden und ahnte, dass dies nicht die letzte offene Konfrontation war. Auf ihrer Rückkehr sahen sie noch einen Strahl aus Licht gen Mond leuchten. Oder kam er vom Mond herab? Die Dunkelelfen planten etwas und nicht nur das, sie haben bereits mit der Ausführung begonnen. Zaid mochte gerettet sein, auch jene die mit ihm am Berghang gekämpft haben doch hatten die Reisenden damit die klügste Entscheidung getroffen oder damit nicht einen anderen Kriegsschauplatz vernachlässigt, dem Feind Zeit gelassen sich für einen viel ärgeren Schlag zu rüsten? Man ahnte bisher nichts. Der Krieg gegen den Westen war ausgebrochen, auch die Wachen der Insel würden den Widerstand nicht dulden und der Süden lag zwischen beiden Fronten. Doch – ! Was weiteres sich ereignen mag, wird sich erst zeigen müssen.

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Unten am See

Die Sonne schob sich allmählich hinüber, droben über den Hang der Klippen und gemeinsam mit der Sonne begrüßte Baran das Südlager. Die Nacht war er stur durchgelaufen, gerastet wurde nicht, er wollte endlich zurückkehren an den Ort der noch am ehesten einem Unterschlupf glich, ein Rückzugsort. So dauerte es nicht lange ehe er ins Reich der Träume entglitt.

Amir, Kre’ga, Rahel und wie sie alle heißen mochten machten sich derweil erneut ans Tagewerk. Es galt Brunnen ausheben zu lassen, der Südwall sollte einen weiteren Eingang erhalten, Männer und Frauen ihren Fähigkeiten entsprechend zugeteilt werden, von Kre’ga, derweil, wurde die alchemische Forschung auf einen neuen Stand erhoben, Alkohol, Dünger und was sonst alles gut für Kehle, Boden oder Explosionen schien wurde eifrig erforscht. Der Tag verstrich, man hielt sich hinter den Pallisaden aus. Nun, fast alle zumindest, denn Kre’ga wagte doch seine Füße gen Westen zu strecken, den Wald nach neuen Zutaten zu durchkämmen doch abseits ein paar stümperhafte Großkotze und einer handvoll Kräuter verlief seine Reise doch ereignislos. Blauen Nebel – oder war es Dunst? – sah doch doch als er das Lager verließ. Ein dichter Schleier, bläulich schimmernd, lag über den See doch worum es sich handelte? Man musste raten oder es mit den eigenen Augen sehen, aus der Nähe. Er tat dies seinen Begleitern kund und am nächsten Tag, dann, würde man auch gemeinsam gen See ziehen – Drakbron, erfuhren sie von einigen Wasserträgern, hielt sich bereits dort auf, doch weshalb wusste ihnen keiner zu berichten.

Die Neugierde, jedenfalls, trieb die Reisenden und nach wenigen Stunden erreichten sie unter dem Brennen der Sonne erneut die Ufer. Der Nebel war dicht, blau und kaum zu durchblicken bis einige Gestalten, erst Schemen, dann den Dunst verließen und auf sie zutraten – auf der Wasseroberfläche. Drakbron stand dort, auch Aika in Gefolgschaft Weiterer seines Volkes und eindeutig war, dass man sie heranwinkte. Zuerst zaghaft wurde ein Schritt gen Wasser getan doch anstatt einzusinken stand man fest auf dem See als wäre er gleich dem Boden. Sie wurden auf die Mitte des Sees geführt, links und rechts erblickten sie weite Reihen im Nebel, schemenhafte Konturen erblickten sie. Wohl, so dachten sie, weitere Geister des Sees, doch wieviele es seien mochte? Viele, das sah man wohl. Sie wurden, jedenfalls, in die Mitte des Sees geführt, nahmen Platz in einem Kreis der Undine. Sie saßen auf dem See, die Beine mal verschränkt, mal liegend, lächelten, nicht verschmitzt, doch amüsiert, gelassen – ? Irgendwas in der Art war es wohl. Geister des Sees traten auf die Reisenden zu und baten ihnen etwas dar in den Händen, schimmernde Kugel aus, nun, Dunst und Nebel. Blickte Amir, Rahel, Baran und Kre’ga jedoch auf sie und durchfuhren den Schleier mit ihrem Blick so sahen sie und verstanden sie was wahrhaftig dahinter lag, nämlich ein Dank aus tiefsten Herzen. “Danke, danket euch, wir danken auch, danke …” hörten sie wie geisterhafte Stimmen in ihre Ohren sprechen. Kein Mundwinkel ihrer Gesellschaft bewegte sich doch der Dank verklung nicht in ihren Ohren. Man bot ihnen ihren Segen dar, eine Gutmachung, ein Versprechen – einen Tropfen der Essenz des Meeres und der See, mit denen die Undine seit alten Zeiten zusammen lebten.

Die Essenz der See trug man ihnen zu. Meeresrauschen, Eisregen, Frostreif, Ebbe, Flut und wie sie heißen mochten, gingen in den Besitz der Reisenden über. Ein Objekt, einen Fokus, sollten sie reichen, auf dem nunmehr der Segen liegen sollte. Die Reisenden taten wie ihnen geheißt und so wurde es getan. Die Geister der See und des Meeres erzählten ihre Geschichte, ihre Ankunft auf der Insel und dem See bis zum ersten Erscheingen der Menschen, dem Aether der die Insel durchdrang, sie in den Schlaf zwang und nun, da er nunmehr schlief, sie erwachen ließ. Für jene im Osten, Westen und jede Bedrohung aus allen vier Richtungen des Himmels, boten die Undine ihre Hilfe an – so glaubte Amir, zumindest, sie verstanden zu haben, der Rest jedoch, schwieg und enthielt sich seiner Meinung. Man kehrte zurück gen Süden um sich erneut in die Arbeit zu stürzen, Baran vor allem wollte nunmehr endlich eine eigene Miliz aufstellen. Zaid hatte die meisten der wehrfähigen Männer gen Westen geführt doch das Lager benötigte Schütz gegen Feinde von Außen doch vor allem auch aus dem Inneren.

Freiwillige fanden sich, kaum kampferprobt, soviel war klar, bis auf Zweien welche aus der Masse herausstachen. Zwei Männer wie sie kaum verschiedener seien konnte. Der eine verschlagen doch entschieden und der andere höheren Alters, besonnen und ruhig. Beide, entschied Baran, sollten sich mit ihm treffen, sie sollten die Führung der neuen Miliz übernehmen. Schnell zeigte sich jedoch, dass eine Zusammenarbeit kaum möglich schien. Der Jüngere von beiden verweigerte eine Zusammenarbeit und wollte die Sicherheit auf seine Art durchsetzen mit seinen Mitteln – Baran erschien die Situation immer eigentümlicher und nachdem das Gespräch eskalierte griffen der Jüngere und seine Gefolgschaft zu den Waffen, ein Kampf, eher eine Schlägerei brach aus auf dem Vorplatz doch wusste sich Baran und seine Freunde sich zu nehmen was sie für ihren Besitz erachteten, alle Waffen welche nämlich dem Südlager zustanden. Man ließ den Jüngeren ziehen und war sich sicher, dass dies nicht die letzte Begegnung gewesen sein mochte.

Es war am frühen Abend als Zaid’s Bote das Südlager erreichte und neue Bote brachte. Offenkundig wurden auf der Insel Aushänge verteilt. Nach dem Anschlag auf die Werkstätte im Norden würden die Wachen nunmehr ihr Recht durchsetzen und alle Flüchtlinge entwaffnen, baten darum, friedvoll die Waffen und alle waffenfähigen Materialien auszuhändigen und die Täter des Anschlages sich im Osten einzufinden. Mehr als ein schallendes Lachen jedoch, entfuhr niemanden der Reisenden als sie dies zuerst hörten. Ein Ultimatum wurde gesetzt, dass, sollte sich niemand einfinden, Wachmannschaften die Insel durchkämmen würden um jene Schuldigen zu finden. Was das genau bedeuten würde? Nun, das war abzusehen. Gleichwohl, allerdings, befand sich auch Zaid in schlechterer Verfassung. Die Scharen aus dem Westen waren drauf und dran die Werkstätte am Berghang zu überfallen um Zaid und sein Gefolge von dort zu vertreiben. Eine Flucht bestand nicht, bedeutete es doch diesen wichtigen Punkt zu verlieren doch ob Zaid ohne jedwede Hilfe bestehen könnte? Weiterhin auch schienen die Dunkelelfen etwas größeres zu planen, denn immer mehr wurden von ihnen gesehen wie sie gen Norden, nahe des Waldrandes, zogen um dort wohl in einer verteckten Höhle etwas vorzubereiten, ein Ritual oder ähnliches. Jedenfalls zogen sie zu scharen Gefangene mit sich, zumeist Elfen, und wozu diese dienten wagte man nicht zu erahnen.

Die Reisenden, nunmehr Herren des Südlagers, standen vor der Entscheidung. Wie sollten sie mit den Wachen aus dem Osten umgehen, ihre Waffen aushändigen, verstecken oder gar sich wehren? Doch, sollten sie bleiben, was geschehe mit Zaid und seinem Gefolge in der Zwischenzeit wo der Kampf tobte oder wäre es nicht dringender den Machenschaften der Dunkelelfen nachzuspüren denn, sollten diese ein Ritual vollziehen und vollenden können, mochte dies nicht vielleicht größere Gefahr für alle bedeuten? Die Gruppe hatte sich zu entscheiden, und sie entschied.

Sie würden bleiben, jedweden Feind des Südens zurückschlagen und Zaid zu Hilfe eilen. Mag man hoffen, dass sie damit eine kluge Entscheidung trafen.

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