Terra Incognita

Unwetter

Das Tal schien groß und weit, gleichsam einer Schüssel einem Zentrum zusteuern. Das Wetter war warm und angenehm, doch gleichsam auch augenfällig. Sie waren kaum einige Minuten unterwegs als der Himmel sich zuzog, sonderware Farben und Formen zum Vorschein traten und die Reisenden ob dem starken Regenfall in den nahen Wälder Zufluch suchten. Kaum waren sie dort, als Wut manch einen überfiel. Seit Tagen schon spürte Theresa die bohrenden Blicke von Amir auf ihren Rücken, seine ewigen Sticheleien und nervtötenden Bemerkungen. Da sie auf Grund des Wetterumschwungs ohnehin eine Rast einlegen mussten, ließen blanke Fäuste und spitze Pfeile ihren Unmut vermuten. Voll Zorn schlug sie zu, griff ihre Reisenden an, die seit jeher keinen Tag ohne Nörgelei verstreichen ließen. Fast allesamt gerieten sie in Rage doch keine wenige Augenblicke später, nachdem die ersten Gesichter blutig geschlagen waren, verfolg die Anspannung zu schnell wie sie aufkam. Auf ihrer Weiterreise stießen sie Boten denen es wohl ähnlich erging, zumindest fand man ihre zerschundenen Körper.

Nach Stunden erreichten sie den Versammlungsort, errichteten ihren Rastplatz und trafen auf Abgesandte der großen Städte, ebenso auch Gesandschaften der Alten Völker, welche diesen Ort als heilig erachten. Abkömmlinge der Feuerebene, die Ifrit, waren zu sehen wie wohl auch Dryaden, die Undine und auch den Nachgeburten der Luftgeister, den Sylvani. Die Anspannung war spürbar, Ignoranz, Verbissenheit und Unmut drückten die Stimmung. Sogleich am folgenden Tag wurde die Sitzung einberufen, eine Einigung jedoch nicht erzielt. Dryaden und Sylvani lehnten deutlich das Gesuch der Menschen ab, den Aether der Vier Winde nutzen zu dürfen, wie wohl die Menschen und, zu aller Verwunderung, auch die Ifrit ihm zustimmten. Die Undine jedoch, enthielten sich. Dieses Schauspiel fand wohl schon seit Tagen, wenn nicht gar Wochen statt. Die Fronten waren verhärtet und die Gruppe schien kaum eine Möglichkeit zu sehen, diesen Konflikt im Einvernehmen zu beenden. Selbst als Amir im Namen der Insel seine Stimme erhob, verhinderten die Undine jedwede eindeutige Entscheidung – weder ein Ja noch ein Nein war zu erreichen.

Wenige Tage ergebnisloser Gespräche verstrichen, als die Stimmung arger zu kippen drohte und erste Überbegriffe sich ereigneten. Abgesandte der Menschen wurden tätig angegriffen. Schuldige wurden vermutet, doch belegt werden konnte nichts. Gegenseitige Beschuldigungen flogen durch die Luft, und als hätten sie die Ruhe benötigt, zogen Rahel in Begleitung los, um das Lager der Menschen zu erreichen; um Informationen zu erhalten, welcher Art auch immer. Doch sollten sie dort nie angekommen. Angelockt von einem Leuchten im Wald, schritten sie tiefer in die Wälder hinein bis sie auf ein Lagerfeuer stießen. Offenbar eine Karawane der Menschen, wie es schien. Sie schritten näher und näher, als der Schleier fiel. Das Feuer ward verschwunden, ebenso auch die Karawane. Was noch zu sehen sah war ein alter, knorriger Baum der mit finstrer Miene dreinzublicken schien, seine Wurzeln in Bewegung setzte und mit seinen dornigen Ranken nach Rahel zu schlagen beginn. Beiden gelang schließlich knapp die Flucht und mit blauen Flecken und ohne Informationen kehren sie am frühen Morgen zurück.

In Armir stärkte sich die Ansicht, diesen Ort baldmöglichst zu verlassen. Gegen Starrsinn dieser Art sich nicht streiten, und ohnehin, wer würde wohl solch eine Abstimmung akzeptieren, wenn sie einem nicht zusagt? Inmitten des Zeltplates trat sobald jedoch ein älterer Mann an sie heran; Armir sah ihn nur einst im Wald, Rahel war er jedoch wohl vertraut. Dorian kam auf sein Angebot zurück, bat die Reisenden ihn in seinem Experiment zu unterstützen: die Wiedererweckung von Faerûn. Eine kleine Schatuelle mit Ringen stand bereit und ein Fläschen voll Aether. Die Ringe sollten sie zu ihrer alten, zerstörten Heimat tragen können, der Aether sodann sein Werk verrichten. Die gebündlete Energie, welche der Aether der Natur entzog, solle dem leblosen Boden neues Leben einhauchen können.

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Conhail

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