Terra Incognita

Nahtoderfahrung

Es war noch immer tiefste Nacht als die Abenteurer den lang vergessenen Schlaf nachholten und zahlreiche Wunden leckten. Sie würden etwas rasten und dann, gemeinsam mit Kyra, den Rückweg antreten – und sich für den Wettkampf bereit machen, denn freiwillig entschieden sie keinerlei Rast zu nehmen sondern sich von einer in die nächste Gefahr zu stürzen. Die Sonne stand nunmehr oben am Himmel als sie erneut wachen wurden, sie nahmen ihre Sachen, kurbelten das schwere Eisentor auf und betraten erneut die Werkstätte, noch immer von Leichen übersäht und so ruhig wie sie in der Nacht zurückgelassen wurde.

Die Hallen war von Licht durchflutet, doch ein angenehmerer Ort war es dadurch nicht geworden. Sie standen wenige Schritte vom Aufzugsschacht entfernt als ein ungewöhnliches Geräusch zu hören war, kaum ein paar Meter von ihnen entfernt und sicher war eines: dieses Scharren und tiefe Atmen, ein und aus, bedeutete sicher nichts Gutes. Tesarra erinnerte sich, hatte er doch selber die Kreatur noch letzte Nacht aufgeschreckt, auf sie aufmerksam gemacht und er wusste eines genau – je schneller sie wegkommen, desto sicherer ist es für ihn. Amir jedenfalls, war entschlossen weiter gen Ausgang zu gehen. Tesarra konnte dies nur zu Gute kommen, denn eines war klar: solange die Kreatur Amir und den Rest zerfetzt würde er sich in der Zwischenzeit in Sicherheit bringen können.

Wenige Sekunden waren vergangen als Amir und Kyra hinter sich eine dunkle Wolke wie aus dem Nichts auftauchen sahen, ein Schrei folgte und sie sahen wie eine Kreatur, ganz von dem Aether überzogen, einem der Begleiter mit einem Schlag zu Boden warf. Schnell entbrannte ein Kampf, Schläge wurden ausgetauscht und kaum sahen sie die Kreatur verschwand sie, schien woanders aufzutauchen und täuschte ihre Sinne durch Illusionen, falsche Geräusche und Fallen.

Es war zur der Zeit als Baran Dol die Szenerie betrat – ein Bekannter von Drakbron und somit auch von Zaid. Von ihnen wurde er gebeten die Ereignisse in der Einrichtung im Westen zu überprüfen, denn man hörte schon seit einem Tag nichts mehr von ihnen, ihr Verbleiben war ungewiss. Gewiss hingegen war nur, dass er zur rechten Zeit erschien, denn die Bestie war nicht nur eine große Gefahr, auch hielten sich Tesarra und Alea derweil im Hintergrund, versteckt hinter einem schweren Tor. Mit Dol’s Hilfe allerdings gelang es den Verbliebenen die Kreatur zurückzuschlagen und der Weg in die Freiheit war offen. Wenige Stunden verstrichen und sie standen bei der Arena, denn trotz der turbulenten Ereignisse war ihr Wille am Wettkampf teilzunehmen ungebrochen.

Die Stunden verstrichen, man bereitete sich vor. Baran Dol allerdings, für ihn war die Stunde gekommen – er betrat die Arena gegen einen wohlgerüsteten Mann, gewiss kampferfahren. Schon mit dem ersten Schlag rang Dol seinen Gegner fast zu Boden, ein fester Schlag der sein Gegenüber aus dem Gleichgewicht warf doch zeigte er seine Erfahrung im Kampf. In zwei Angriffen schlug er Dol kurzerhand seine Äxte aus der Hand und hinterließ ihn unbewaffnet, der Kampf sah nicht gut aus – und verlief auch nicht gut. Dol trug schwere Schläge ein und wurde nach guter Gegenwehr doch zu Boden geworfen und sein Gegner zog einen Dolch, machte Anstalten Dol zu töten. Kaum hatte er jedoch die Arena verlassen, da wurde bemerkt, dass er den Todesschlag nur vorgetäuscht hatte – und floh seinerseits mit seiner Frau und Kind.

Baran Dol wurde schnell aus der Arena gezogen und Alea sowie Tesarra eilten zu ihm und bemühte sich seine Wunden zu verarzten. Alea war sich gewiss, dass er sein Bestes gegeben hat und der Zwerg über die Runden kommen würde, denn für eine Zeit schien alles wie gehofft zu verlaufen doch dann rissen die Nähte auf und Dol erlag seinen Wunden. Alea war überrascht und wenige Sekunden später eilten Zaid und Drakbron zu Dol, saß der eine doch im Zelt und der andere unter den Zuschauern und bekam die Ereignisse nur aus dem Augenwinkel mit, selber nicht sicher was geschah. Sicher war jedoch, dass nur wenig Zeit verblieb, würde man ihn von den Toten zurückholen wollen und so machten sich beide ans Werk.

Die Gruppe derweil, im guten Glauben, dass wohl alles fair zugehe, nahmen sie sogleich auch ein Geschenk einer unbekannten Frau an. Wie sie sagte, würde sie weitere Heilmixturen im Namen von Zaid und Drakbron überreichen, doch war der Inhalt von giftiger Wirkung und Alea entging dem Anschlag mit Glück. Die Gruppe allerdings bewies dennoch Anstand und ergriff keinerlei eigene Initiative und gingen mutig aber doch völlig unwissend was sie erwartet in die Arena. Was dann geschah, bleibt an dieser Stelle besser verschwiegen, doch sei soviel gesagt: knapp entkamen sie dem Tod, denn ihre Kontrahänten waren Drow, Dunkelelfen der Unterreiche, geübt mit dem Schwert, der Armbrust und Magie gleichermaßen. Schwarze Sphären verdunkelten die Sicht und zwischenzeitlich sah es fürchterlich für Amir und seine Begleiter aus, doch mit Beharrlichkeit – und einer Portion Glück – gelang es ihnen doch den Kampf zu überstehen. Ob man von einem Sieg sprechen kann, ist wohl kaum zu sagen. Gewiss ist jedoch, dass diese Nahtoderfahrung eine Lehre war: Wissen ist Macht. Vor allem aber, Unwissenheit darüber was einem erwartet ist ein sicherer Weg in die Hände von Gevatter Tod.

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Conhail

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