Terra Incognita

Landunter

Mit einem unguten Gefühl, offenen Fragen aber auch einigen geschärften Klingen unter dem Arm zog Amir zurück gen Norden um zu dem Rest seiner Begleiter aufzuschließen. Die Vorräte aus dem letzten Raubzeug gehen langsam zur Neige und das Wasser, nun, fast aufgebraucht. Amir und Variel zogen drum los um frisches Wasser zu beschaffen aber kaum waren sie bis zur Hälfte gen See gelaufen zog sich der Himmel rasch zusammen. Wolken zogen auf und nach wenigen Minuten war die Sonne nicht mehr. Der Tag war wie dunkelste Nacht und ein heftiger Regenguss setzte ein, man konnte keine wenigen Meter sehen. Noch Stunden zuvor beriet die Gruppe darüber wie soll als nächstes vorgehen sollte, was zu tun sei. Die Idee war in das Nordlager einzudringen, in Erfahrung zu bringen was dort vor sich geht. Uniformen hatten sie in ihrem Raubzeug ja aufgegriffen. Sollten sie also vorhaben einzudringen, so wäre dieses Wetter wohl die Gelegenheit. Das Lager, indessen, war von keinem Tropfen Wasser berührt – Aika saß, die Beine und Hände verschränkt, in Ruhe inmitten des Lagers. Die Tropfen perlten, als würden sie eine unsichtbare Kuppel treffen, weit über den Köpfen der Lagerbewohnern ab und rutschten langsam gen Boden. Als Amir und Variel zurückkamen, kam man gemeinsam rasch auf die Idee, sich verkleidet in das Nordlager einzuschleichen. Sie zogen sich um, streiften die Uniformen über und hofften bei diesem Wetter nicht zuviel Blicke auf sich zu ziehen. Blitze zogen über die Insel, es knallte und Tiere eilten durch den Wald. Die Gruppe tat es ihnen gleich, aber anstatt in das Innere der Insel zu fliehen zog es sich nach Norden.

Man schlug sich durch das Dickicht des Waldes, stapfte über den schlammigen Boden und im Schutz des Dunkels und des Regens schlich man sich zur Westseite der Palisade. Amir warf ein Seil hinüber, schob sich hoch und erhaschte einen Blick. Scheinbar hat ein Blitz in eine der Hütten eingeschlagen, die Wachmannschaft war eiligst bemüht das Notwendige zu tun doch der Regen unterdrückte bereits jedes Feuer. Es war ein leichtes in diesem Chaos unbemerkt einzudringen. Inmitten des Lagers befand sich ein weiterer abgesperrter Bereich – es war offenkundig, dass es sich dabei um Genossen, Flüchtlinge aus Fearûn handelte. Einige wenige Barracken standen im Inneren des Zauns, ein Weg führte scheinbar direkt in eine Mine hinein und, nun, – es war überfüllt. Die Flüchtlinge standen, saßen, lagen im Schlamm, mitten im Regen, rüttelten an den Zäunen und grimmig dreinblickende Wachen würden sie bellend zurückscheuchen. Die Gruppe zog derweil incognito an den übrigen Wachen vorbei, erspähte das Lager, blickte in die Hütten, Häuser. Direkt im Norden, am Berghang, sah man ein großen, steineren Gebäudekomplex in den diverse Wachen ein- und ausgingen und eines war klar: was auch immer dort ist, es war von Interesse.

Man betrat das Gebäude und fand sich inmitten einer kleinen Halle wieder. Der Boden war mit Marmor bedeckt, sauber, glatt, geradezu steril, nur am Eingang fand sich etwas Schlamm der mit den Stiefel hineingetragen wurde. Zu alle drei Seiten gingen Gänge ab, versperrt durch eine Tür und inmitten des Raumes eine Art Sicherheitsanlage – ohne den rechten Schlüssel, so scheint, sei ein Weiterkommen unmöglich. Als Amir aus der Kantine einige betrunkene Wachmänner stolpern sah, ergriff er die Chance – er hakte sich unter, lullte mit und so gelang es ihm mit sich unbemerkt in die Schlafräume der Wachen einzuschleichen. Schnell razten die Betrunkenen weg und Amir ergriff schnell deren Zugangsschlüssel. Die Türen in diesem Gebäude waren ihm offen!

Sie bewegten sich unbekümmert im Inneren der Anlage. Rasch gelangten sie an Stelle wo aber auch ihr Schlüssel sie nicht weiterführen würde. Variel, allerdings, wusste auf seine Art verschlossene Türen zu öffnen und so gelangten sie tiefer in das Innere der Anlage. Offenkundig gerieten sie dabei in eine Art Überwachungsraum doch kaum waren sie dort, hörten sie Schritte näher kommen – die Gefahr entdeckt zu werden war immens. Sie suchten sich in einem Raum nebenan zu verstecken doch als Rahel die Eisentür zuknallte, war allen klar, dass ihre Maskerade langsam zu bröckeln anfing – inmitten der Höhle des Löwens, eine Todesgefahr! Ein Wachmann kam ihnen auf die Schliche doch in einem Moment der Unaufmerksamkeit zog Amir seinen Rapier und durchbohrte ihn. Die Leiche ließen sie verschwinden, hoffentlich lange genug, bis sie wieder verschwunden sind.

In ihrer weiteren Erkundung landeten sie in einem Forschungskomplex. Die Wissenschaftler dort, obwohl von dem plötzlichen Auftreten der Gruppe überrascht, antworteten nur zu freudig auf deren Fragen – endlich schien sich jemand mal für ihre Arbeit zu interessieren. Ob damit alle Fragen geklärt waren? Wohl kaum. Aber jede Antwort führte sie weiter.

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Conhail

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