Terra Incognita

Herren der Winde

Die Entscheidung stand, man würde sich der Prüfung in der Laterne unterziehen und würde aufs Ganze gehen. Die Die Prüfung der Aufmerksamkeit wurde gewählt, scharfer Verstand, kluges Vorgehen und geschärfte Sinne würden geprüft und, obwohl Amon es für unwahrscheinlich hielt, glaubten die Reisenden daran diese Prüfungen beim ersten Versuch zu bestehen. So taten sie es. Das Tor wurde durchschritten und man fand sich wieder in einem Verließ, die Wände vom Fackelschein erhellt und das Ziel, nun, den Ausgang erreichen. Schnell wurde klar, dass nicht nur der Boden von Fallen gespickt war sondern auch zuviel Neugierde gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen konnte. Sie entdecken Geheimgänge die ins Leere gingen, magische Portale die an widersinne Orte teleportierten wo man sich über Fallgruben fand und eine schier endlose Abfolge von Räumen in denen einer dem anderen glich. Um es interessanter zu gestalten zählte Amon, sozusagen, die Zeit. Ein Mechanismus, einmal ausgelöst, fügte fürchterliche Schmerzen sollte, und, sollte man keinen Weg finden ihn zu deaktivieren, würde er einen nicht unschnell das Bewusstsein rauben. Beharrlich folgten die Reisenden jedem Irrweg, jeder Ablenkung getrieben von dem Wunsch alles zu sehen, selbst, wenn dies bedeutet einmal im Kreis zu laufen oder vor einer Wand zu enden. Es gelang ihnen jedenfalls den Mechanismus zu beenden, gerade rechtzeitig, denn Kre’ga konnte die Augen kaum noch offen halten. Sie fanden sich in einem Säulengang wieder. Marmorboden, feinste Teppich, diverse Gemälde und am Ende des Ganges eine große Schwingtür auf der in arkanen Lettern geschrieben war, dass hier der Ausgang sei. Dieser Falle, allerdings, fiehlen sie nicht anheim – zumindest zu Anfang nicht. Ein verstecker Gang enthielt wurde aufgetan, ein Rästel sogleich. Nach Wahrheit und Unwahrheit wurde gefragt und eigentlich hätte man sich alle Ruhe lassen können diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, hätte Baran nicht doch die Neugierde gepackt als er die Schwingtür aufstieß. Fluten von Wassern, wie aus dem Nichts, strömten durch den Säulengang und binnen weniger als einer Minute, so war klar, würden sie keinen Atem mehr finden. Amir und Kre’ga begannen also das Rästel in aller Eile zu lüften und als das Wasser bereits bedrohlich hoch stieg wählten sie, drückten an einer Statuete die entsprechen Arme nach unten und das Wasser versiegte so schnell wie es kam. Hinter der Schwingtür kam ein Podest zum Vorschein. Und darauf, nun, lagen sie, zwei Siegel und die Gewissheit die Prüfung bestanden zu haben. Sie traten aus dem Prüfungsraum in die Vorhalle und fanden sich wieder inmitten von Amon wieder. Die Siegel wurden eingesetzt, man hatte gewählt.

Die erste Hürde des Tages war damit genommen doch die nächste stand bereits an. Miro sagten sie zu einen Plan zu entwerfen die Insel zu verlassen. Ein Plan der ohne Frage ohne Gewalt nicht auskam, doch schien ein Ausbruch kaum möglich. Kyra kam des Tages zurück nachdem sie den Osten ausgesphäte hatte. Sie wirkte etwas verdutzt, sprach jedenfalls davon, so allerlei Gepäck dabei gehabt zu haben. Sie reiste wohl über den Norden weiter gen Westen, traf auf so manche Gestalt welche die Reisenden zu kennen glaubte und Kyra, als diese sich zu erkennen gab, mit Hilfsmitteln weiterschickte, sodass Kyra schwerbeladen im Süden ankam. Ihr Haus glich einer Lagerhalle aus allerlei leichten und kleinen Plunder, Schmuck vor allem, persönliche Dinge welche die Banditen aus dem Westen gestohlen hatten und was nun – zumindest in Teilen! – womöglich zum ehemaligen Besitzer fand. Jedenfalls, so erfuhren die Reisnden, gab es im Osten einen Aufstieg, breit genug um dort mit einigen Mann hochzulaufen, doch gleichermaßen ließ er sich gut verteidigen. Ein Lastenaufzug befand sich gleichsam dort, doch, das ärgste Problem lag über ihnen: das Luftschiff, welches vor Tagen auftauchte, schwebte immer noch über der Insel, wie eine Drohung und Warnung nichts unüberlegtes zu tun. Selbst wenn sie alle den Osten zogen, welche Gefahr war vom Himmel zu erwarten? Sie waren ratlos.

Die meisten waren entmutigt und Ideen kamen keine. Glücklicherweise fiehl Amir – was ein Zufall! – ein, dass er doch einen Schriftverkehr vor einigen Tagen abgefangen hatte. Er meinte doch etwas bezüglich des Luftschiffes gelesen zu haben, doch der Wortlaut fiehl ihm nicht mehr ein, der Inhalt sowieso nicht. Er krallte sich den Papierfetzen und begann zu lesen. Seine Augen wurden weiter und in seinem Mund zeichnete sich ein Grinsen ab. Das Schiff wurde gewartet, es war kaum mehr als eine Rumpfbesatzung an Bord und, nun, es diente einzig der Abschränkung und Einsüchterung, sowie der Stärkung der Moral der Soldaten. Bewaffnet war es nicht, eigentlich hätte es wohl gar nicht da sein sollen, wäre etwas besseres verfügbar gewesen. Das Problem schien gelöst. Doch vielmehr, es tat sich nun eine ganz neue Möglichkeit auf: wenn nicht abschießen oder ignorieren, weshalb nicht gleich stehlen? Man beriet sich und kam schnell zu der Einigung, dass eine eigende, fliegende Festung nicht nur ein Objekt von Prestige wäre sondern auch eine wilkomende Unterstützung für den bevorstehenden Kampf. Von Drakbron erfuhren sie, dass der Aufstieg machbar sein, er könnte sie hinauf bringen, doch seine Magie wirke soweit oben nicht. Ehe sie dem Schiff auch nur nahe kämen würden sie unlängst gen Boden fallen.

Drum zogen sie los, die Apparaturen auf den Klippen zu zerschlagen. Sie stellen sich im Süden, so nah sie konnten, an den Fels, dort wo Baran einst den Tod suchte und leider doch lebend den Felsen hoch oben erreichte. Die Apparatur hatte er dort bereits vor Tagen – oder waren es Wochen? – zerstört, die Magie sollte dort wirken. Und das tat sie. Durch Drakbrons Zutun erreichten sie binnen Sekunden die Oberseite und der Vandalismus begann. Sie zogen von Süden entlang und zerschlugen jeden Apparat den sie unterwegs trafen, genug jedenfalls, um sich den Schiff nähern zu können. Bemerkt wurden sie wohl nicht, wer ging auch davon aus, dass jemand auf den schmalen Felsrand entlanglief, geschweige denn dort oben lebend ankam. Wieder unten angekommen hatten sie Blut geleckt, denn das Schiff würde ohne Frage eine lohnende Beute abgeben.

Drakbron erlaubte ihnen erneut den Aufstieg und an einem der Seitenluken stiegen sie im Unterdeck in das Schiff ein, es war dunkelste Nacht und niemand ahnte etwas von ihrem Treiben. Das Schiff war aus massivsten Holz gefertigt, schien geradezu poliert, Teppiche langen aus und künstliches Licht erhellte die Gänge und Räume. Dröhnender Maschinenlärm setzte Ohren und Schiff in leichte Vibration doch zu sehen war niemand. Zu hören war ohnehin kaum etwas. Sie huschten durch die Gänge, lukten in verschiedenste Räume, überrascht von dem Protz des Schiffes, denn ein Kriegsschiff jedenfalls, danach sah es nicht aus obwohl sie Befestigungen sahen an denen Kanonen wohl ihren Platz fänden. Bloß standen dort keine. Deck um Deck, drei an der Zahl, schlichen sie hinauf und die wenigen Unglücklichen, welche sie unterwegs bemerkten, wurden rasch ins Reich der Träume geschickt. Rahel war es dann der auf Deck stürmte und direkt den amtierenden Kapitän festsetzte. Ein Kampf blieb aus denn es war schnell klar, dass man es dort nicht mit Soldaten zu tun hatte. Mechaniker sah man, Hämmer und Schraubendreher sowie Zangen doch keinerlei Bewaffnung. Das Schiff war binnen von Minuten in ihre Hände übergegangen. Doch nicht nur das, zu seiner Freude fand Kre’ga auf dem Deck des Schiffes gleichermaßen noch zwei weitere Apparaturen, kleine Flugmaschinen wie sie solche bereits im Nordlager einmal sahen. Wie Kre’ga sich festgewisserte flogen sie auch. Eine brauchbare Ergänzung ihres Arsenals. Da allerdings niemand von ihnen die Expertise besaß solch ein großes Schiff zu fliegen wurde kurzerhand der Kapitän, in Austausch für sein Leben, überredet sie gen Süden zu steuern und dort sicher zu landen. Die Maschinen brummten noch stärker, die Vibration war auf dem ganzen Schiff spürbar und so setzte es sich in Bewegung. Ein traumatisches Schauspiel für jene Soldaten im Osten die zusahen, die ihre Unterstützung scheinbar von selbst gen Süden flog. Und dort blieb.

Jubelnd und unter Applaus wurden die Reisenden empfangen. Befehle wurden erteilt, sodass sich schnell die ersten Bogenschütze auf das Schiff begaben, gleichsam entsandte man Boten gen Westen um für den Kampf bereit zu machen. Der Plan stand nunmehr fest: man würde sie nicht nur überrennen, sondern auch vom Himmel herab bombadieren. Um sie dann zu überrennen! Amir und Baran nutzten die freie Zeit derweil um sich weiter Barans Werk zu widmen, eine neue Axt, geschmiedet von ihm mit Hilfe seines Gefährten. Wenige Tage würden sie brauchen, wohl ausreichend Zeit, um sie, sein Denkmal an seine Gefangenschaft, im Kampf erproben zu können. Nicht nur er sollte jedoch gut gerüstet in den Kampf gehen. Kyra überreichte Amir noch einen Schild, eine Sonderanfertigung des Schmiedes Servon. Eine wahre Meisterarbeit wie sich schnell zeigte, doch auch Kre’ga und Rahel erhielten Dinge von Wert. Nichts Neues, muss man sagen, sondern vielmehr Altbekanntes. Erinnerungsstücke aus alten Tagen als sie beide noch in Fearun waren. Die Emeriten fanden sie, nachdem die Banditen sie stahlen und Kyra, nun, sie brachte beides an ihren Bestimmungsort.

Man war bereit, zum Befreiungsschlag konnte endgültig ausgeholt werden.

Comments

Conhail

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.