Terra Incognita

Eine lange Nacht

Alea stand alleine da. Sein Begleiter? Wohl in Luft aufgelöst. Beide sagten sie zu ihr Leben für den Außenposten am See einzusetzen – allerdings nahmen es wohl nicht alle so ritterlich, denn kaum brach die Nacht ein und man hörte ein Stampfen näher kommen, da nahm auch bereits der erste die Beine in die Hände. Dutzende über dutzende Gestalten schlurften auf sie, die wenigen Verteidiger, zu und für jeden der zu Boden fiel konnte man meinen, würden zwei weitere nachziehen. Die Chancen standen nicht sonderlich gut, denn langsam aber sicher drohte die Männer in einer wahren Flut an Ankömmlingen unterzugehen. Amir und seine Begleitung beschlossen zur selben Zeit ihrerseits in Richtung See zu ziehen in der Absicht Alea zur unterstützen doch sollte es einige Stunden dauern ehe sie ankommen würden. Währenddessen fiel Leichnam um Leichnam und als Amir und Tesarra endlich eintrafen, wateten sie durch ein Meer an Leiber, im Gepäck weitere Verstärkung. Mehr als vier dutzend waren es wohl an der Zahl, als sich die Nacht zu Ende neigte und Ruhe einkehrte. Sie erhielten viel Lob und gewiss war, dass auch diese Entscheidung, die Entscheidung einzugreifen, ihnen zu gute gehalten wird.

Ruhe sollte ihnen allerdings nicht lange vergönnt sein. Alea konnte kaum seine Wunden lecken als man beschloss weiterzuziehen, immer noch erschöpft vom vorherigen Abend. In der Hoffnung, dass die Werksätte in der Nähe nun kaum noch derartige Kreaturen beherbergen könnten, zogen sie erneut in Richtung Wald. Sie hatten recht gehabt, denn der Leichenberg nahe dem See hatte die Werkstätte fast gänzlich ausgedörrt und bis auf das Schaben des Messers und des Stampfens einer Maschine im Hintergrund war es still. Sie durchquerten die Werkstätte und stießen auf allerlei verlassene Räume und Gerätschaften. Ein Raum fiel ihnen besonders ins Auge wo Gegenstände verschiedenster Art gelagert waren, stark magisch, wie Tesarra wusste und ohne groß einen Gedanken zu verschenken räumte er einiges an Dingen ein. Alea, auf einige Patronenkugeln aufmerksam geworden, wollte es ihm gleich tun doch als seine Hand die Kugeln umfasste schossen sie, plötzlich stark beschleunigt, aus und durch seine Hand – sein legendäres Glück hielt an! Tesarra fand zudem ein Buch welches seine Neugierde weckte.

Am Ende des Komplexes stießen sie auf eine große Halle in deren Inneren eine Maschine stand, überzogen mit einem blassen Schimmern wie sie es auch sonst vielerorts hier vorfanden. Einst wohl dazu gedacht in die Tiefe zu graben, hatte diese Apparatur – einige Fuß hoch! – sich wohl selbst verändert und die Halle verwüstet. Am Ende der Halle jedoch, sahen sie eine Tasche die Amir sehr bekannt vor kam: offenkundig gehörte sie seiner Schwester und rannten sie durch die Halle, die Tasche packend und flüchteten durch einen Schacht in der Nähe. Tesarra fand einige interessanten Papiere die er jedoch zuerst lieber für sich behalten wollte.

Sie erfuhren über den Ort einer zweiten Werkstätte auf der Insel und ohne groß zu überlegen, oder auf Alea’s Wunden Rücksicht zu nehmen, zogen sie weiter. Unterwegs erfuhren sie, dass Zaid in Begleitung am kommenden Wettkampf teilnehmen würde, denn die Nahrungsmittel waren knapp und andere Freiwillige fanden sich nicht. Nicht sonderlich überzeugt von seinen Fähigkeiten, beschlossen sie – oder eher Amir – ihn beim Arenaplatz zu besuchen und vorzuschlagen an seiner Stelle in den Ring zu steigen. Dort angekommen lösten sich die Bedenken jedoch schnell auf, als sie auf seine Begleiter stießen; ein Zwerg getränkt in Selbstbewusstsein und eine hagere Gestalt in längerer Kleidung mit einer Klinge an der Seite. Nun Blut geleckt, entschieden sie sich jedoch dennoch am Wettkampf am nächsten Abend teilzunehmen, denn ein zweiter Sieg wäre eben einer mehr.

Rasten kam jedoch für sie nicht in Frage und da sie noch ein wenig Zeit hatten, zogen sie weiter gen Westen zur zweiten Werkstätte. Hoch in den Berg gebaut war sie, einige dutzende Fuß hoch, soviel konnten sie sehen. Am Fuße des Bergvorhanges war ein Eingang in den Fels geschlagen worden und ein kleiner Raum mit einer Art Schacht am Ende. Vergleichsweise schmal mit einer Leiter auf der gegenüberliegenden Seite, doch einige Fuß tief. Alea versuchte als Erster an die Leiter zu gelangen, doch muss er während des Absprungs wohl über seine eigenen Füße gestolpert sein, denn kam lösten er sich vom Boden fiel er den Schacht hinunter; als Amir und Tesarra wenige Augenblicke sicher zu ihm stießen, fanden sie ihn bewusstlos und schwer verletzt vor.

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Conhail

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