Terra Incognita

Alte Feinde, Neue Feinde

Der Kampf war kaum beendet, da kam die Gruppe bereits in den Genuss eine Liste an Bedarfsgütern ausgeben zu lassen. Amir sprach für alle, sprach davon, dass Nahrungsmittel sowie Werkzeuge benötigt wären; ein bebrillter, leicht geduckt stehender Mann nahm die Wünsche entgegen, nachdem man sich dann schließlich einigen konnte. Was darauf folgte? Eine längst überfällige Rast und eine Unterredung, von der sie zu dem Zeitpunkt doch aber noch nichts wussten. Baran Dol war nach wie vor nicht zu Bewusstsein gelangt und man hielt Wache. Die einen schliefen, die anderen wachten – und gut war es, dass sie dies taten. Alea rastete neben Baran, doch sollte der Schlaf nicht ungestört bleiben. Zwielichtige Gestalten schlichen in das Zelt, Messer gezückt und bereits an die Kehle gelegt als Gerárd aufhorchte, Caladrell tat es ihm gleich.

Es dauerte nicht wenige Sekunden ehe ein Kampf entbrannte doch versuchten die Attentäter zu fliehen; vergebens, muss gesagt werden. Man beriet sich wie mit ihnen umzugehen sei, doch abseits von Alea und Baran schien man sich einig, dass sie zu sterben hätten. Der Streit legt sich und die Entscheidung stand fest: Zaid soll sein Urteil fällen. Zaid seinerseits zog mit Gefolgschaft bereits gen Lager; der Wettkampf war vorbei, Arbeiten mussten erledigt werden.

Der nächste Tag wurde von einer schwülen Hitze getragen, einer unerträglichen Hitze. Man schleppte Stunde um Stunde über weite Wiesen doch die Hitze obsiegte – man rastete bis zum Sonnenuntergang. Mit dem Einbruch der Nacht traf man im Lager ein und die Attentäter wurden Zaids Urteil übergeben; eine Strafe musste sein, dies war klar, und eine deutliche. Er zog eine stumpfe Klinge und schlug einem jeden die Hand ab,auf dass sie nie mehr Untaten begehen können. Allerdings, sollte es nicht nur für jene Verbrecher ein Richturteil geben. Noch immer stand der Mord an Baran Dol im Raum und auch Kyra berichtete so manch Unangenehmes.

Die Gruppe wurde zu einer Unterredung einberufen. Ein jeder sollte – alleine – sich zu einem Verhör einfinden. Magie erfüllte das Arbeitszimmer von Zaid und eine jede Lüge, ein jeder Versuch einer Frage zu entgehen würde nicht unbemerkt bleiben. Ein jeder nach dem anderen unterzog sich dem Verhör und schnell trat das Ergebnis zu Tage. Zaid unterrichtete Alea, dass er seiner Gefolgschaft die Botschaft übermitteln solle, man wisse, wer den Mord an Baran Dol begann. Nun ist aber auch gewiss gewesen, dass die Abenteurer dem Lager gute Dienste erwiesen – es stand ihnen zu sich zu beraten wie damit umzugehen sei. Eine Strafe sei notwendig und der Täter müsse Buße tun. Die Gruppe jedoch, war unentschlossen was zu tun war und die Anwesendheit eines Mörders unter ihren Reihen? Nun, es schien als hätte sich jeder damit abgefunden.

Tesarra allerdings, wusste, dass es eng für ihn wurde. Unter dem Mantel der Nacht schlich er sich aus dem Lager und entkam ungesehen, woher er ging, wusste nur er. Er lief wohl schon Stunden als er ein Lagerfeuer entdeckte, doch die Gestalten rings umher, kannte er nur zu gut – Dunkelelfen, nicht unweit neben ihnen lagen Gefangene von Tesarras Volk. Unbemerkt gab er den ersten Schuss ab und knapp errang er den Sieg über sie. Was er allerdings desweiteren fand, erweckte seine Aufmerksamkeit noch mehr. Jedenfalls gelang es ihm zwei Weitere seines Volkes zu retten doch wohin er jetzt gehen soll? Nun, Freunde zu machen war in der Vergangenheit wohl nicht seine Stärke gewesen. Ein Umstand, der ihm womöglich langsam zum Verhängnis wird.

Derweil zog Amir und Gerárd gen Norden. Sie bekamen Kunde, dass ein Heilmittel für ihre Krankheit womöglich dort zu finden sei. Alea und Baran Dol? Nun, Alea seinerseits entschied sich der Gruppe wohl vorerst den Rücken zu kehren, er wollte andere Aufgaben übernahmen. Gleichsam zog Baran Dol mit einem alten Bekannten Amir hinterher, denn auch Baran lag viel daran ein Heilmittel in aller Schnelle zu finden. Gewiss war nämlich, dass ein ehrhafter Tod nicht in Siechtum und Krankheit zu finden sei. Der Mond stand nach wie vor am Himmel, als Amir und Gerárd einem fremden Mann begegneten – strahlendes Haar, eine Gestalt, die nicht von dieser Welt zu schienen sie. Offenkundig war, dass er so manches über diesen Ort wusste und ihn sein Weg, obwohl er gen Süden zog, ihn trodzdem nach Norden führte. Mag dies verstehen wer mag, doch ereignete es sich genau so. Man entschied gemeinsam zu reisen und ein Lager ein Einsieldern, Emeriten nördlich des Sees aufzusuchen in der Hoffnung, dass diese mehr zu erzählen wissen über die Insel, den Aether ja, diese ganze Welt als solche, die nun für jene aus Fearûn ihre neue Heimat ward.

Comments

Conhail

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.